Außenwerbung

Unter dem Begriff Außenwerbung versteht man alle Werbemaßnahmen von Unternehmen im öffentlichen Raum, die zum Zweck haben, Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben, werbende Unternehmen bekannter zu machen oder sonstige unternehmerische Zwecke.

Es gibt viele Arten der Außenwerbung. Die Gängigsten von ihnen sind:

  • Litfaßsäulen
  • Vitrinen
  • City-Light-Poster
  • Mega-Light
  • Werbung auf Bussen und Bahnen sowie auf anderen Verkehrsmitteln
  • Plakatwerbung
  • Poster
  • Digitale Bildschirme

Auch Unternehmensnamen über dem Geschäftseingang zählen zu der Werbung im öffentlichen Raum. Außenwerbung wird eingesetzt sowohl, um den ersten Kontakt mit potenziellen Kunden aufzunehmen als auch bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen.

Geschichte der Außenwerbung

Es gibt insgesamt sehr wenig Informationen über die Entwicklung der Werbung im öffentlichen Raum. Aus diversen Quellen ist aber bekannt, dass bereits vor 5000 Jahren Hieroglyphen als Wegweiser für Reisende auf Obelisken angebracht wurden. In Ägypten haben Verkäufer vor ca. 2500 Jahren ihre Botschaften in Stein gemeißelt und stellten diese Steine auf öffentliche Straßen.

Vorteile der Außenwerbung

  • 1. Große Reichweite der Außenwerbung.

    Je nach Standort erreicht die Außenwerbung täglich dutzende bis tausende potenzielle Käufer. Häufig sogar mehr als über Social-Media-Kanäle.

  • 2. Akzeptable Kosten.

    Im Vergleich mit TV-Spots oder dem Werben im Radio kostet Außenwerbung deutlich weniger, ist aber trotzdem bei Weitem nicht die effizienteste Art der Werbung.

  • 3. Ziemlich hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.

    Jeder kennt das: Man schaut einen Film im Fernseher und in einem spannenden Moment beginnt er: Der Werbespot. Viele Menschen fühlen sich dadurch genervt und nutzen diese Zeit, um auf die Toilette zu gehen oder etwas aus der Küche zu holen. Die Werbung im öffentlichen Raum genießt dagegen eine deutlich höhere Akzeptanz: Die meisten Menschen fühlen sich dadurch nicht belästigt.

  • 4. Steigender Bekanntheitsgrad.

    Außenwerbung eignet sich ideal, um den Bekanntheitsgrad einer Marke zu steigern, denn die Werbung auf öffentlichen Flächen sehen täglich tausende Menschen, die bewusst oder unbewusst das Logo sowie sonstige Informationen über Ihre Produkte und Dienstleistungen wahrnehmen.

  • 4. Datenschutzfreundliche Werbeart.

    Das Thema Datenschutz wird immer wichtiger in der ganzen Welt. Außenwerbung ist eine der wenigen Werbearten, die in den meisten Fällen keine personenbezogenen Daten sammelt und keine Cookies setzt.

Nachteile der Außenwerbung

  • 1. Kein Schutz vor Beschädigungen.

    Anders als z. B. beim Werben im Bereich Social Media sind viele Arten der Werbung im öffentlichen Raum nicht vor Beschädigungen geschützt. Besonders bei den Wahlen leiden Plakate und Banner verschiedener Parteien dadurch, dass deren Gegner sie vorsätzlich beschädigen. Aber auch stürmisches Wetter oder Hagel können Plakate und Banner nicht mehr so schön aussehen lassen, wie es am Anfang war.

  • 2. Kein Conversion-Tracking.

    Je nach Zielsetzung ist es für Unternehmen wichtig zu wissen, wie viele Abschlüsse oder Verkäufe eine Marketing-Maßnahme erzielt hat. Außenwerbung schließt das Tracking aus, denn keiner kann sagen, ob der Anstieg an Käufen tatsächlich aufgrund des Plakats gestiegen ist, dies ein Zufall war oder ob die anderen verkaufsfördernden Werbemaßnahmen eine positive Wirkung gezeigt haben.

  • 3. Nicht flexibel.

    Im Gegensatz zu beispielsweise digitaler Werbung oder Werbung im Social-Media-Bereich kann ein Plakat oder City-Light-Poster nicht geändert werden, sobald dieses an die Werbefläche angebracht wurde. Dies hat zum Nachteil, dass beim Planen und Umsetzen der Werbemaßnahmen Rücksicht auf saisonale Trends genommen sowie besonders auf die Rechtschreibung geachtet werden muss, um ärgerliche Pannen zu vermeiden.

  • 4. Segmentierung nicht möglich.

    Klassische Außenwerbung zählt zu den Werbearten, bei denen die Zielgruppe nicht nach sozialen, demografischen oder sonstigen Kriterien segmentiert werden kann. Die Banner werden von Menschen auf verschiedenen Altersstufen und aus allen Einkommensschichten gesehen und so wird nicht nur die eigentliche Zielgruppe angesprochen, sondern auch die Leute, die nicht zu der Zielgruppe gehören.

  • 5. Flüchtige Wahrnehmung / Banner Blindheit.

    Menschen auf der Straße werden häufig mit dem Werbestrom überflutet, was dazu führt, dass die Plakate, City-Light-Poster oder sonstige Außenwerbung kaum wahrgenommen wird, unabhängig von der Größe und Gestaltung der Werbefläche.

Was kostet Außenwerbung

Bevor Unternehmen eine Buchung der Werbemaßnahmen vornehmen, wollen sie wissen, wie hoch die Kosten dafür sind. Die Antwort auf diese Frage hängt von der ausgewählten Art der Werbung, von der Größe der Werbefläche und dem Standort ab. Auch die Beleuchtung und die Dauer der geplanten Maßnahmen beeinflussen den gesamten Preis.
Die Plakatwerbung kostet normalerweise z. B. zwischen ungefähr 3 und 50 Euro pro Tag. In der Regel bieten die Agenturen eine 10-Tage Mindestlaufzeit an, um eine gewisse Sicherheit beim Planen zu haben. Das Entwerfen und die Anbringung der Plakate sind in den meisten Fällen im Preis enthalten.

Zukunft der Außenwerbung

Die weltweite Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Dies betrifft auch die Media-Branche. Die klassischen Plakate werden durch Bildschirme ersetzt, was nicht nur umweltfreundlicher ist, sondern gibt den werbenden Unternehmen viel mehr Gestaltungs- und Kreativitätsspielraum. Was das Werben auf öffentlichen Straßen auszeichnen wird, ist die Personalisierung und Individualisierung der Werbung. Das Fundament für diese großen Fortschritte bietet die Tatsache, dass fast jeder heute ein Smartphone besitzt. Die Daten, unter anderem GPS, werden an Werbeagenturen verkauft. Einige Werbeagenturen sammeln selber Nutzerdaten. Diese dienen zur Abstimmung der Marketing-Maßnahmen auf die jeweilige Zielgruppe sowie um die Erfolge einer Werbemaßnahme zu messen.

Recht und Außenwerbung

In Deutschland kann jedes Unternehmen im Freien werben. Dazu sollten Unternehmer eine Genehmigung bei der zuständigen Behörde beantragen. Ob diese erteilt wird oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So sollten die Werbeanlagen keine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen sowie anderen wege- und baurechtlichen Vorschriften entsprechen. Das Wettbewerbsrecht sollte bei der Gestaltung der Plakate und sonstiger Maßnahmen auch berücksichtigt werden. Außerdem ist es empfehlenswert, sich bei der Gestaltung und Umsetzung der Werbung im Freien an die gesellschaftlichen Normen zu halten. Sonst riskiert das werbende Unternehmen, eine Shitstorm-Welle zu bekommen, welche die Verkaufszahlen negativ beeinflussen kann. Nehmen Sie am besten telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit den Behörden sowie mit Ihrer Werbeagentur auf, um alle rechtlichen Einzelheiten abzuklären.

Fazit

Die Außenwerbung hat viele Vor- aber auch Nachteile und ist ein gutes Mittel, um mit potenziellen Kunden in Kontakt zu kommen. Sie wird sich in kommenden Jahren digitalisieren und individualisieren, was ihr noch mehr Wert im Marketing-Konzept vieler Firmen verspricht. Durch die Digitalisierung sowie Datensammlung werden einige Nachteile der Außenwerbung verschwinden. So wird es möglich sein, anhand von gesammelten Daten die Wirksamkeit der Außenwerbung zu messen und zu überwachen, was wiederum den Firmen ermöglicht, das Budget effizienter einzusetzen. Fraglich bleibt aber das Ganze aus datenschutzrechtlicher Sicht. Bisher ist noch unklar, ob und in welchem Umfang Daten zum Zwecke der Optimierung der Außenwerbung gesammelt werden dürfen. Bei der Buchung von Außenwerbung sollten sich Firmen die Vor- und Nachteile dieser Werbeart abwägen und im Einzellfall entscheiden, ob sich eventuell eine bessere Möglichkeit zur Verkaufsförderung ergibt, wie z.B. das Verteilen von Werbeartikeln oder E-Mail-Marketing.